Leindotteröl – Eine alte Kulturpflanze kehrt zurück

Die HAAF-Familien-Story und das Oleofactum

Regionalität endet nicht an Grenzen. Sie beginnt dort,

wo Beziehung

zu Verantwortung und gegenseitiger Wertschätzung werden.


Die Beziehung zu Albert und Sonja Haaf begann unspektakulär – mit einem Telefonat.

Am anderen Ende meldete sich Frau Haaf und bot mir eine größere Charge Bio-Leindottersamen aus ihrer Ernte an. Wie bei allen neuen Lieferanten erklärte ich ihr, dass ich zunächst eine Probepressung machen müsse. Nicht aus Misstrauen, sondern weil sich die Qualität eines Öls nicht auf dem Papier entscheidet. Herkunft, Reife und Qualität aber auch Sorgfalt zeigen sich erst beim Pressen.

Ich bat sie deshalb, mir 500 Gramm der Saat zu schicken. Nach der Probepressung würde ich entscheiden, ob ich den Leindotter von ihr „beziehe“.

Vielleicht begann unsere Beziehung genau mit diesem Wort: beziehen.

Denn etwas zu beziehen heißt mehr, als Ware einzukaufen.Es bedeutet auch, mit Menschen, Böden, Arbeit und Verantwortung in Beziehung zu treten.

Das Pressergebnis war sehr gut, und wir wurden uns schnell handelseinig. Bis dahin war alles noch vergleichsweise anonym. Aber eine kleine Grundlage des Vertrauens war bereits entstanden.

Zu unserem Handel gehörte auch die persönliche Lieferung durch Albert und Sonja Haaf selbst. Ihr Hof im Odenwald, im Elztal gelegen, lag immerhin fast zwei Fahrstunden von Offenburg entfernt. Mit der ersten Anlieferung lernten wir uns dann persönlich kennen – und schätzen.

Die Haafs hatten sich schon früh neben Lupinen, Linsen und Hirse auch dem Anbau von Sojabohnen verschrieben und ihren Hofladen konsequent auf Direktvermarktung aufgebaut. Daraus entwickelten sie zusammen mit ihren drei Söhnen ihre ganz eigene Erfolgsgeschichte.

Albert und Sonja Haaf leiten den landwirtschaftlichen Betrieb und werden dabei von Claudius, Rainer und Gabriel, die berufstätig sind, unterstützt. Sohn Gabriel begann gemeinsam mit seiner aus China stammenden Frau Yanli zunächst für den Eigenbedarf, die eigenen Bohnen zu Tofu zu verarbeiten. Aus dieser Idee entstand Schritt für Schritt eine professionelle Tofu Manufaktur – ein kleines Start-up mit großer Ernsthaftigkeit und viel handwerklichem Anspruch.

Hier wird Kulturgeschichte gelebt, was leider noch immer was Besonderes ist. Die ganze Familie pflegt eine moderne Landwirtschaft –aber als traditionelles Handwerk. Das funktioniert nur mit Herzblut für den ökologischen Landbau – aufmerksam, nachhaltig und mit großer Sorgfalt. Das Oleofactum-Thema ohne wenn und aber!

Aus einem anfänglichen „Bezieher“ wurde in relativ kurzer Zeit wirkliche Beziehung.

Heute verbindet uns weit mehr als Handel.
Wir teilen die Freude an guter Arbeit, an sorgfältig erzeugten Lebensmitteln und an der Verantwortung gegenüber Boden, Pflanze, Tier und Mensch.

Die Produkte der Haafs gehören inzwischen selbstverständlich zum Oleofactum – und umgekehrt haben auch unsere Öle ihren Platz im Hofladen der Familie gefunden.

So ist aus einer ersten Probepressung ein lebendiger Austausch entstanden, getragen von Vertrauen, Qualität und gegenseitiger Wertschätzung.

Vielleicht zeigt sich genau darin, was Beziehung in der Landwirtschaft bedeuten kann:
Dass Bindung mehr ist als Nähe.
Erst in der Beziehungsarbeit verwandelt sich der formale Druck von Effizienz und Wirtschaftlichkeit wieder in ursprüngliche Qualität und wirkliche Produktivität.

Regionalität ist dabei kein fester Ort.
Sie entsteht dort, wo Menschen, Arbeit, Produkte und Verantwortung in einen gemeinsamen Bezugsraum treten.

In einer Zeit, in der viele Beziehungen funktional geworden sind, habe ich die Begegnungen mit Albert und Sonja als geerdet erlebt. Ruhig. Zugewandt. Ohne große Worte. Gerade deshalb tragfähig.

Man kennt nicht nur das Produkt, sondern den Menschen, den Boden, die Arbeit und die Bedingungen dahinter.

Für mich gehören Albert und Sonja Haaf deshalb zu jener stillen Kultur des Bewahrens, ohne die ein Haus wie das Oleofactum nie hätte entstehen können.


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